Zu Gast im Podcast meines Eierkochers
Mein Eierkocher hat ja schon seit längerem seinen eigenen Podcast:
„Eiapopeia, was raschelt im Stroh?“. Viele haben sicher schon einmal reingehört.
Es war mir eine besondere Freude, dass ich in Folge 53 mit ihm über den
„Held von Kummerow“ plaudern durfte.
EIERKOCHER: Hallo Wilhelm, herzlich willkommen!
WILHELM: Hallo Eierkocher, danke dass ich in deiner Show sein darf.
EIERKOCHER: Takis Würger, Caroline Wahl und Clemens Meyer hatten alle keine Zeit, umso
mehr freue ich mich, dass du es einrichten konntest.
WILHELM: Gerne doch. Ich hab noch Termine frei bis zur Mitte des Jahrhunderts.
EIERKOCHER: Haha, nice, echt nice. Ja, dein Roman ist ja ein ziemlicher Wälzer. Mehr als
500 Seiten! Darin begegnen uns ein Schlachtersohn aus Winsen an der Luhe, ein gealterter
Unternehmenspatriarch aus Hamburg, seine Tochter, die ihn absägen will, kernige Rentner
aus Mecklenburg, Jäger und Sammler aus Ostafrika, ein Tycoon aus China mit seinem Sohn,
Hedge Fonds-Manager aus London … Wie passen die alle in einen einzigen Roman?
WILHELM: Du hast ja längst noch nicht alle Figuren erwähnt, die darin vorkommen.
EIERKOCHER: Wilhelm, ganz ehrlich, ich war total geflasht, als ich von deinem Roman erfahren habe. Die ganzen Jahre, die wir uns kennen, hast du nie erzählt, dass du an einem Buch schreibst!
WILHELM: Ach weißt du, ich wollte das nicht an die große Glocke hängen, sondern erst einmal sehen, ob ich den Roman überhaupt zu Ende bringe.
EIERKOCHER: Ich muss gestehen, wenn mir jemand erzählt hätte, dass du schreibst – das hätte ich nie geglaubt.
WILHELM: Warum denn nicht?
EIERKOCHER: Naja, so wie ich dich erlebe… Du bist doch eigentlich nicht so der kreative Typ. Mehr so… - ja, mehr so eine Beamtenseele.
WILHELM: Wie bitte? Ich denke nicht, dass du mich gut genug kennst, um das beurteilen zu können.
EIERKOCHER: Glaub mir, ein Eierkocher nimmt Dinge wahr, die ein Mensch übersieht. Du bist einer, für den alles immer so bleiben soll, wie es ist. Regelmäßig. Gleichförmig. Jeden Tag ein Ei zum Frühstück. Immer Handelsgröße „L“. Und immer hart gekocht. Einmal pro Woche kommst du vorbei und dann darf ich dir den Eiervorrat für die nächste Woche kochen. Also mal ehrlich – da fürchtet sich doch jemand geradezu vor der Veränderung oder etwa nicht?
WILHELM: Aber ich mag keine weichen Eier.
EIERKOCHER: Cringe. Aber okay, vergessen wir mal deine Eierneurose. Und reden wir über den Roman. Deinen Debütroman: Der Held von Kummersdorf.
WILHELM: Kummerow!
EIERKOCHER: Ja, nice, nice. Was hat dich getriggert, diesen Roman zu schreiben?
WILHELM: Mein Coach meinte, ich solle mehr schreiben.
EIERKOCHER: Krass. Therapeutisches Schreiben?
WILHELM: Nein, das war doch nur ein Scherz!
EIERKOCHER: Ach so? Was hat dein Coach denn stattdessen gesagt?
WILHELM: Na, gar nichts. - Hör mal, seh ich aus, als ob ich einen Coach brauche?
EIERKOCHER: Männchen der Spezies Homo sapiens neigen dazu, die eigenen Fähigkeiten zu überschätzen. Hab ich mal gelesen.
WILHELM: Jaja, was man Schwarz auf Weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen, nicht wahr?
EIERKOCHER: Wie?
WILHELM: Egal. Also, was hat mich dazu gebracht, den Roman zu schreiben? Weißt du – ich staune immer wieder darüber, mit welch seltsamen Dingen wir Menschen unser kurzes Leben verbringen. Dass wir zum Beispiel die Tage mit Jobs zubringen, die am Ende nicht uns, sondern nur andere reich machen.
EIERKOCHER: Ah, die gute alte Entfremdung des Werktätigen vom Produkt seiner Arbeit?
WILHELM: Kann man so sagen, ja.
EIERKOCHER: Aber um die Weltrevolution geht es dir ja eigentlich nicht in dem Buch, oder?
WILHELM: Nee, das ist ja auch kein gewollt politischer Roman. Mir ging es um das Absurde der ganzen Situation. Das wollte ich satirisch überzeichnen. Ins Groteske ziehen. Zeigen, wie komisch das Ganze eigentlich ist.
EIERKOCHER: Also damit die Leute zur Frustabfuhr kurz ablachen und dann zurückgehen in ihre Bullshitjobs?
WILHELM: Äh … Nein! Was ist denn so schlimm daran, wenn gelacht wird? Willst du den Menschen das Lachen verbieten?
EIERKOCHER: Nein, natürlich nicht. Ich frage mich nur, ob du nicht die Komik nutzt, die bestehenden Verhältnisse zu stützen. Es kommt daher als Subversion, aber ist es nicht in Wahrheit Affirmation?
WILHELM: Ich glaube, du liest da zu viel hinein. Der Humor in dem Roman, das ist doch mehr so eine ziellose Albernheit. Vielleicht ist das tatsächlich subversiv - Albernheit hat ja vor nichts Respekt. Aber am Ende soll jeder selbst entscheiden, was er oder sie damit anfängt. Du hast das Buch ja auch gelesen und machst ganz normal weiter deinen eigenen Bull… äh, also, gehst weiter deiner Arbeit nach.
EIERKOCHER: Ja, aber als Eierkocher bin ich Freiberufler, da unterliege ich nicht denselben Zwängen wie abhängig Beschäftigte.
WILHELM: Und siehst du, mein Protagonist sieht sich eben auch mehr als Freiberufler, als Unternehmer in eigener Sache. Nicht unbedingt als Werktätiger.
EIERKOCHER: Und ein Revolutionsheld ist er auch nicht, dein Held von Kummersdorf…
WILHELM: Kummerow!
EIERKOCHER: Ja, Kummerow, nice. Was müssen wir über ihn wissen?
WILHELM: Der Mensch, um die sich alles dreht, heißt Dirk Wagenfeld. Er wird bald dreißig, aber er hat seinen Platz im Leben noch nicht wirklich gefunden. Da ist seine Familie, eine Schlachterdynastie aus Winsen, zu der er sich nicht mehr richtig zugehörig fühlt, von der er sich aber auch nicht lösen kann. Da ist sein Job in der Finanzbranche, der ihn nicht weiterbringt. Eine Freundin hat er auch gerade nicht. Sein Leben dümpelt also vor sich hin und er ist mächtig frustriert. Er überlegt sogar, ob er nicht die Unternehmensberater von McKinsey damit beauftragen sollte, ein corporate restructuring programme für sein Leben zu entwerfen.
EIERKOCHER: Also ich fand ja beim Lesen, dass dein Held eigentlich gar nichts Heldenhaftes an sich hat. Das ist doch ein stinknormaler Durchschnittstyp.
WILHELM: Genau. Dirk verschwendet ja selbst auch überhaupt keinen Gedanken daran, ein Held zu sein oder etwas Heldenhaftes zu tun. Aber er sagt sich: Irgendwas muss ich ändern in meinem Leben. Vielleicht werde ich glücklich, wenn sich mein Status bessert, wenn ich Karriere mache, wenn ich Macht, Einfluss und Geld habe. Und so kündigt er seinen alten Job und nimmt eine neue Stelle an bei einem börsennotierten Familienunternehmen, der Nielsen AG.
EIERKOCHER: Klingt für mich ziemlich kleinbürgerlich.
WILHELM: Kleinbürgerlich? Ich weiß nicht. Er ist einfach ein normaler Mensch.
EIERKOCHER: Ja, aber ist das alles, was er vom Leben will? Äußerlichkeiten, Status, Aufstieg?
WILHELM: Wie gesagt, er ist nur ein ganz normaler Mensch. Will Glück und Glanz, aber am liebsten ohne sich dafür anstrengen zu müssen. Und zunächst hat er ja auch Erfolg mit seiner Strategie. Der alte Nielsen, also der Unternehmenspatriarch, nimmt ihn unter seine Fittiche, seine Tochter Constanze interessiert sich auch für ihn und das erste Projekt, das man ihm überträgt, scheint ein Kinderspiel zu sein. Er soll ja nur ein paar Pachtverträge abschließen mit den Eigentümern von Flächen in der Nähe des kleinen mecklenburgischen Dorfes Kummerow, wo die Nielsen AG einen Windpark errichten möchte. Was könnte einfacher sein?
EIERKOCHER: Aber ganz so easy-peasy läuft es dann doch nicht.
WILHELM: Ganz genau, die Menschen im Dorf lassen ihn eiskalt auflaufen. Er knallt richtig gegen eine Wand. Die Nielsens verstoßen ihn, weil er keinen Erfolg hat. Denn nur darum geht es ihnen. Er liegt also am Boden. Sogar wortwörtlich. Aber er findet einen Weg, um wieder ins Spiel zu kommen.
EIERKOCHER: Ich kenne mich ja nicht so gut aus im Helden-Business, aber ich glaube, die Work-Life Balance in dem Job ist richtig mies.
WILHELM: Ja, er hat ganz gut zu tun. Dabei will er sich eigentlich nur ein klein wenig an den Nielsens rächen und ansonsten nichts mit allem zu tun haben. Aber das kann ich als Schriftsteller mit Anspruch meinem Protagonisten natürlich nicht durchgehen lassen.
EIERKOCHER: Klar, wo kämen wir denn sonst auch hin? Also wird Dirk Wagenfeld ein Held wider Willen?
WILHELM: Ja, ein wenig wird er zu seinem Glück gezwungen. Aber wie heißt es manchmal in Berichten über Fußballspiele? Der Sieg war glücklich, aber nicht unverdient. So auch hier. Das Entscheidende ist, dass er sein altes, teilnahmsloses Ich besiegt und Entscheidungen für sein Leben trifft. Am Ende hat er seinen Platz gefunden, aber ganz anders, als er es je vermutet hätte.
EIERKOCHER: Meine Lieblingsfigur ist ja der Sidekick von Dirk: Friedel Puritz, der phlegmatischste Anarchist aller Zeiten.
WILHELM: Ja, die Szenen mit ihm zu schreiben hat wirklich Spaß gemacht. Aber ich mag zum Beispiel auch Constanze sehr, die Tochter vom alten Nielsen.
EIERKOCHER: Die ist doch so kalt und berechnend!
WILHELM: Ja, aber mir gefällt, dass sie sehr konsequent und zielstrebig ist. Natürlich liegt sie nicht immer richtig. Zum Beispiel unterschätzt sie Dirk bis fast zum Schluss. Aber sie lässt sich eben nicht reinreden und will immer ihr Ding durchziehen.
EIERKOCHER: Welche von den Figuren aus dem Roman ist dir denn als erste vor deinem inneren Auge erschienen?
WILHELM: Das war schon Dirk Wagenfeld, der Protagonist. Als ich begann, stellte ich ihn mir als eine Art Buster Keaton vor. Aber am Ende wurde es dann doch eher eine Harold Lloyd-Geschichte.
EIERKOCHER: Sind das Autoren? Die Namen sagen mir nichts.
WILHELM: Das sind zwei der größten Stars der Stummfilmära. Diese beiden und Charlie Chaplin waren die großen Drei der Stummfilmkomödie.
EIERKOCHER: Stummfilm?
WILHELM: Ach, das kennt ihr jungen Haushaltselektrogeräte gar nicht mehr. Ja, Anfang des 20. Jahrhunderts, so ungefähr bis 1930 waren alle Filme Stummfilme.
EIERKOCHER: Ist das so ein Boomer-Ding? Hatten eure Smartphones damals keine Lautsprecher?
WILHELM: Doch, aber die Wählscheiben waren so groß, dass sie die Lautsprecher verdeckten und kein Ton nach außen dringen konnte.
EIERKOCHER: Wählscheiben?
WILHELM: Vergiss es. Jedenfalls war Buster Keaton ein großer Filmkomiker. Und er war bekannt für seinen stoischen Gesichtsausdruck. Nie verzog er eine Miene, egal, in welche haarsträubenden, abstrusen Situationen er wieder geraten war. Und so stellte ich mir auch Dirk Wagenfeld vor: Jemand, der angesichts des eskalierenden Wahnsinns um ihn herum nicht mit der Wimper zuckt. Aber es ist dann eben doch mehr eine Harold Lloyd-Geschichte geworden.
EIERKOCHER: Aha?
WILHELM: Ja, Harold Lloyd hat ja immer so die unterschätzten Durchschnittstypen gespielt, die es am Ende allen zeigen.
EIERKOCHER: Echt? Crazy. Also, was du mir sagen willst ist, dass Dirk eigentlich Harald heißt und stumm ist. So in etwa?
WILHELM: Hä?
EIERKOCHER: Ja, nice, nice. Aber was ich noch fragen wollte: Wie hast du dich eigentlich auf den Roman vorbereitet?
WILHELM: Oh, ich habe mich natürlich gründlich vorbereitet. Ich habe alle Schreibratgeber gelesen, die ich finden konnte. Und dieses eine Mantra, dass sie alle predigen, nämlich „tell, don’t show“, also dass man seiner Autorenstimme vertrauen und einfach sagen soll, was Sache ist …
EIERKOCHER: Ja, genau, „tell, don’t show“, das schreiben sie alle.
WILHELM: Also, das habe ich wirklich verinnerlicht. Handlung, Dialoge, Figurenentwicklung – im 21. Jahrhundert darf man die Leserinnen und Leser nicht überfordern. Die wollen eine klare Ansage und vom Autor an die Hand genommen werden. Da ist kein Platz für Mehrdeutigkeit.
EIERKOCHER: Ja, krass. Aber ich meinte eigentlich, ob du viel recherchiert hast für deinen Roman.
WILHELM: Nein, gar nicht. Musste ich auch nicht. Denn vieles, was in dem Buch vorkommt, kenne ich aus eigener Erfahrung. Eigentlich alles. Dieser Culture Clash zwischen der globalisierten Wirtschaft, den internationalen Finanzmärkten und der dörflichen Welt, dem platten Land. Wusstest du, dass ich selbst auch in einem kleinen Dorf aufgewachsen bin?
EIERKOCHER: Echt? Ist ja heavy!
WILHELM: Ja, und genau wie Dirk Wagenfeld bin ich der erste in meiner Familie, der studiert hat. Habe in der Finanzbranche gearbeitet. Habe versucht, Menschen für Windparkprojekte zu begeistern.
EIERKOCHER: Und hast du auch vorm Dalai Lama blankgezogen?
WILHELM: Wie kommst du denn darauf?
EIERKOCHER: Ich habe doch deinen Roman gelesen!
WILHELM: Ach so? Jedenfalls, was ich sagen will: Wenn ein Saša Stanišić einen Dorfroman schreibt oder eine Juli Zeh – was wissen die denn vom echten Landleben? Das sind doch nur Zugezogene. Outsider.
EIERKOCHER: Oh mein Gott. Meinst du etwa, was die tun ist … kulturelle Aneignung?
WILHELM: Äh … Ja, könnte man so sehen. Genauso bei den Themen Wirtschaft, Unternehmen, Management, Finanzbranche. Welcher deutsche Schriftsteller hat denn, wenn überhaupt, mehr als nur angelesene Kenntnisse? Jetzt mal abgesehen von Alexander Schimmelbusch.
EIERKOCHER: Also ist dein Roman mehr so Autofiktion? Smarter Move.
WILHELM: Ich habe alles selbst durchlebt und durchlitten. Neunzehn Jahre in einem Dorf leben, das nur hundert Einwohner hat, das ist nichts für Weicheier, glaub’s mir.
EIERKOCHER: Ist das der Grund, weshalb du die Eier immer nur hart gekocht willst?
WILHELM: Du meinst, als Traumatherapie? So hab ich das noch nie gesehen …
EIERKOCHER: In Kummerow werden sie dir doch jetzt zum Dank doch jetzt sicher ein Denkmal errichten, oder? Das kompensiert doch für so manches.
WILHELM: Tja, schön wär’s. Das ist ja ein ausgedachtes Kummerow.
EIERKOCHER: Ach, das Dorf gibt es gar nicht?
WILHELM: Es gibt tatsächlich einige Orte mit diesem Namen, aber mein Kummerow ist ein fiktives Kummerow. So wie das Kummerow von Ehm Welk.
EIERKOCHER: Ehm Welk? Ist das auch wieder so ein stummer Filmstar?
WILHELM: Nein, der war tatsächlich Autor. Er hat in den dreißiger Jahren einen Roman geschrieben, der in einem erfundenen Kummerow spielt, das irgendwo in Vorpommern liegt. Wir hatten das Buch bei uns zu Hause stehen. Als Kind bekam ich es in die Hände und ich wusste nicht, wie ich die verschnörkelte Schrift auf dem Umschlag lesen sollte: Hieß es „Die Heiden von Kummerow“ oder „Die Helden von Kummerow“. Ich entschied mich dafür, dass es die Helden sein mussten, denn Heiden in Deutschland, das ergab doch keinen Sinn, meinte ich. Erst viel später habe ich herausgefunden, dass Ehm Welks Roman tatsächlich „Die Heiden von Kummerow“ heißt.
EIERKOCHER: Also doch keine Helden in Kummerow.
WILHELM: Genau. Und da sah ich mich gefordert. Der Korpus der deutschen Literatur wäre ohne einen Helden in Kummerow nicht vollständig. Also habe ich dafür gesorgt, dass es ihn gibt.
EIERKOCHER: Nice! In Marbach werden sie sich freuen. Letzte Frage, bevor wir zum Ende kommen müssen: Welche Leser möchtest du erreichen?
WILHELM: Also, wer an Fifty Shades of Grey seine Freude hat, wer romantische Geschichten mag, bei denen man richtig mitgehen und in Gefühlen baden kann, der wird auch an meinem Buch Gefallen finden.
EIERKOCHER: Ich hab immer geahnt, dass du auf Young Adult stehst.
WILHELM: Aber das bleibt unter uns, ja?
EIERKOCHER: Klar, ich und meine dreißigtausend Abonnenten schweigen wie ein Grab.
WILHELM: Dann bin ich beruhigt. Tja, tatsächlich ist es so, dass ich mich beim Schreiben immer gefragt habe, was ich denn selbst gerne lesen würde. Und so ist ein Text entstanden, der etwas schief in die Welt gewachsen ist. Es schadet nicht, wenn die Leser kaufmännische, wirtschaftliche und juristische Kenntnisse haben, sich darüber hinaus aber auch für viele andere Themen interessieren, von Anthropologie bis zur Geologie. Und wenn sie der Absurdität des Lebens mit Humor begegnen. Die idealen Leser sind vermutlich solche, die wie ich sowohl den Economist als auch die Titanic abonniert haben. Ich schätze, davon gibt es in Deutschland maximal ein Dutzend. Wenn ich von denen ein paar erreiche, wäre das schon ein Erfolg.
EIERKOCHER: Das heißt, die Erstauflage beträgt zwölf Exemplare?
WILHELM: So sieht’s aus.
EIERKOCHER: Dann hoffen wir, dass bald eine zweite Auflage fällig wird. Leute, greift zu und kauft das Buch! „Der Held von Kummersdorf“ …
WILHELM: Kummerow!
EIERKOCHER: Sag ich doch. Wilhelm, danke, dass du hier warst.
WILHELM: Ich habe zu danken. Und, äh, ich habe hier noch einen Sechserpack Eier dabei. Könntest du eventuell … Ich meine, nur wenn es nicht zu viel Aufwand macht …
EIERKOCHER: Klar, gib her. Hart gekocht wie immer?
WILHELM: Bitte.
EIERKOCHER: Tja, nur die Harten komm‘n in ‘n Garten.
WILHELM: Hahaha.
EIERKOCHER: Hahaha.
WILHELM: Hahaha.
EIERKOCHER: Das genügt.
